Montag, 28. Januar 2013

Herr der Ringe werden...



„Verdammt nochmal, so ein Mist“, ärgere ich mich: „Das kann doch nicht so schwer sein?!“  Gereizt ziehe ich den Magnesiumblock über die Finger, während ich etwas hilflos zu verstehen versuche, was gerade eben passiert ist. Ganze sechs Sekunden, nur sechs Sekunden habe ich gerade eine äußerst leicht aussehende Position an einem Trainingsgerät halten können, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt nur aus der Schulsporthalle kannte: Turnringe.

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Das Training an den Turnringen ist nicht leicht, nein, eher sehr anspruchsvoll. Das Eingangsbeispiel zeigt, wie es wohl den meisten Trainierenden geht, die den ersten längeren Kontakt mit den Ringen haben.
Allerdings lohnt sich die Investition in Geduld und Anstrengung, denn die Resultate, die sich durch intensives Ringtraining zeigen, sind Ergebnisse mit echtem Mehrwert. 

So wird die Oberkörpermuskulatur als Ganzes vor allem bei Kraftserien[1] äußerst intensiv belastet.  Es bedarf nur einer kurzen Internetrecherche nach Yuri van Gelder oder Dmitry Karbanenko, um eine Entwicklung im Oberkörper bewundern zu können, die auch eingefleischten Hantel-Fans ein bewunderndes Staunen entlocken dürfte.
Natürlich sind dies nicht unbedingt repräsentative Beispiele aus dem Leistungsport, allerdings wird auch der Hobbyturner durch die Instabilität der Ringe, die  kombiniert mit Übungen wie bspw. Stemmen mit ausgedrehten Händen[2], überaus erfreuliche Erfolge in der Muskel- und Kraftentwicklung feststellen.  
Wer die einzelnen Übungen langsam, konzentriert und mit maximaler Spannung am Endpunkt ausführt, verschiedene Progressionsstufen zu fortgeschrittenen Übungen durchläuft, der wird mit sichtbarem Muskelwachstum im gesamten Oberkörper belohnt. 

Vor allem das Halten der Endpositionen, gepaart mit maximaler Kontraktion. und das Training mit gestreckten Armen sind Besonderheiten, die das Ringtraining so lohnenswert machen. Ein Beispiel für eine Übung mit gestreckten Armen wäre der bekannte Kreuzhang oder die Hangwaage.
Selbstverständlich ist eine Ausführung von Kreuzhang und co. als Anfänger absolut illusorisch , aber wer sich einige Wochen mit der eingangs beschriebenen Grundübung „Stütz mit gestreckten Armen“ beschäftigt, der wird alleine durch diese Übung sichtbare Veränderungen im Oberkörper, insbesondere im Arm-, Schulter- und Brustbereich, feststellen. Als „Nebeneffekt“ wird die Klimmzugleistung parallel mit der „Stütz“ Leistung nach oben klettern, da durch das Halten dieser Position die komplette Armbeugemuskulatur überlastet und in Folge dessen sehr stark wird.
Der Übertrag wird natürlich noch größer sein, wenn man sich parallel zum Stütz an die Progressionen für  die sogenannte Hangwaage oder die Hangwaage rücklings wagt und so das Wachstum der Rücken- und Armmuskulatur enorm stimuliert.
Auch hier sind es die maximalen Kontraktion, die zwingend notwendig ist, um die einzelnen Positionen ausführen und halten zu können. Eben diese maximalen Kontraktionen machen die Übungen an den Ringen so unglaublich effektiv und wirkungsvoll.
Der Schlüssel zum Erfolg ist es – wie wohl in jeder Sportart – den Schwierigkeitsgrad dem  aktuellen,  persönlichen Leistungsstand anzupassen und von dort aus langsam, aber sicher zu den auch optisch beeindruckenden Übungen zu progressieren.
Neben den Effekten auf die Muskel- und Kraftentwicklung, haben Turnringe einen weiteren unschlagbaren Vorteil: Sie sind kompakt und  leicht und finden so als sehr hilfreiches Trainingstool in nahezu jeder Trainingstasche oder Rucksack Platz. Ideal für jede Kurz- oder gar Langzeitreise.


[1] Kraftserie: Eine Folge von 3-10 aufeinanderfolgenden unterschiedlichen Übungen und Positionen, deren Endpositionen min. drei Sekunden gehalten werden.
[2] Die Stemmen mit ausgedrehten Händen ist eine Übung, die sich sehr positiv auf jegliche Form des Drückens auswirkt. Steigerungen von 10kg  im Schulterdrücken und mehr sind nach einem Trainingszyklus mit eben dieser Übung durchaus realistisch. Vor allem die Brust und der Bizeps werden durch Ausführung dieser Übung sehr profitieren.

Kommentare:

  1. Nein, ich meine schon Bizeps. Durch die Vorlage des Körpers wird der Beizeps massiv gefordert. Der Körper ist meist in 45° - Vorlage inkl. der Endposition im Stütz. Das belastet den Bizeps enorm. Parallel dazu wird auch die Schulter bis ans Limit gefordert...diese Belastung schlägt sich dann in Steigerungen beim Drücken nieder.

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  2. Du meinst bei deinem zweiten Kommentar wohl den Trizeps nicht den Bizeps ;)

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  3. Kann ich nur bestätigen. Nach mehreren Wochen RTO Supports war bei mir wirklich mehr beef auf dem Bizeps :-) !

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Einfaches Training......Training mit Ringen und BWEs