Donnerstag, 14. November 2013

Mein Kommentar zu einem Leserkommentar...

Hallo geehrte LeserInnen,

Sascha, ein Leser dieses Blogs, hat unter "Lelle´s Gym" einen interessanten Kommentar inkl. Link zu einem Video abgeben:

"Ich bin gerade über ein sehr interessantes Video bzw. über eine sehr interessante Videoserie gestoßen! Speziell diese Episode: http://www.youtube.com/watch?annotation_id=annotation_969889811&feature=iv&src_vid=QwkjSbyHBCg&v=Rv2r2_iNfvE

Zu sehen gibt es:
- Eine sehr solide Planche sowie einen sauberen Frontlever + Trainingstipps (ab 4:40)
- Unglaublich kontrolliertes Seilklettern! (ab 9:47)

"I never did straddle lever, I never did tucked lever, cuz you never get anywhere with it"

"negatives, negatives, negatives"
"

Ich verfolge die Video-Serie von Lachlan auch schon seit geraumer Zeit und er ist eindeutig ein starker Bursche, ohne jeden Zweifel. Vor allem gefällt mir sein Humor und Trainingsansatz.

Nichtsdestotrotz möchte ich meine Meinung dazu abgeben:


Freitag, 1. November 2013

Resultate...

...unseres Trainings, Teil I.

Hier ist ein Video von Andi zu sehen, der relativ fleissig und brav mit mir respektive uns trainert. Das erste Ziel, das muss ich sehr neidisch anmerken, hat er eindeutig vor mir erreicht. Aber ich bleibe dran....auch, weil mich meine Ausrede "Ich wiege ja 25kg mehr" aktuell selbst langweilt. Diese Mistübung kriege ich 2013 noch unter Dach und Fach, egal, wie schwer es wird.




Interessant ist aber auch, dass von sechs Leuten mittlerweile vier Leute am einarmigen Klimmzug arbeiten (können) und darunter ist - und darauf sind wirklich alle stolz - eine Dame, die nur noch etwa 10kg davon entfernt ist.

Es wird, es wird, auch wenn der Weg sehr steinig ist.

Wie dem auch sei: Wir haben uns das Ziel gesetzt, die nächsten sechs Monate (natürlich auch wegen der Challenge) zu den erfolgreichsten Monaten unserer "Trainingskarriere" zu machen. Das ist nicht einfach zu erreichen, denn das letzte Jahr war schon nicht schlecht.


PS: Andi ist nächste Woche auch in Österreich dabei...und natürlich packen wir solche Übungen bei dieser Gelegenheit auch an.

Edit, 02.11.2013:

Ich hatte das Video noch auf Facebook gepostet und es schlägt ziemlich hohe und vor allem breite Wellen. Würde natürlich mehr als lügen, wenn mich das hier nicht echt richtig richtig freuen würde:



Montag, 28. Oktober 2013

Weiter gehts...

So, Woche zwei der Challenge ist angebrochen...

Das Wochenende war soweit gut, viel Handstände, einiges an Planche und BAS. Allerdings habe ich es mit den einarmigen Klimmzügen wohl etwas übertrieben, denn gestern war ich an den Ringen wie ein nasser Sack gehangen. Aus diesem Grund habe ich das zweite Training sein lassen und mich nur mit einer kurzen, aber ziemlich intensiven Handstandeinheit am frühen Morgen begnügt.

Allerdings sind hier drei Dinge wesentlich und interessant:

1. Die Belastung auf die Handgelenke ist bei dem ganzen einarmigen Übungen unglaublich hoch. Deswegen muss ich hier im Sinne der Verletzungsfreiheit noch einige Kohlen in das "Reha"-Feuer werfen und mich noch intensiver damit beschäftigen. Soll heissen: Viel und noch mehr Wrist routine und Drehungen mit der Kurzhantel.

2. Viel hilft viel, das gilt eindeutig bei den Handständen. Es ist jetzt wohl gut die zweite oder dritte Woche in Folge, in denen ich jeden Morgen meine Handstände mache....egal, ob´s mir gut geht, schlecht geht, ich müde oder faul bin. Diese Vorgehensweise hat sich bisher in den besten Fortschritten in eben den one arm handstand niedergeschlagen, die ich die letzten Wochen und Monaten hatte.
Aber auch hier: Schultern, Handgelenke, Schultern, Handgelenke...dies darf nicht aus den Augen gelassen werden. Läuft hier zu gut, als dass ich jetzt wirklich eine Verletzung wegen Faulheit riskieren will.

3. Die Wand ist wahrlich mein bester Freund: So versage ich zwar gerade wieder grandios beim one arm chin, habe dafür aber einen merklichen Sprung bei der Straddle planche (Ablassen an der Wand) gemacht. Hier zahlte sich die Qual aus und ich kann bis zu 10 Sekunden in der straddle planche verweilen (Zehen sind logischerweise an der Wand) und ich kann sogar aktiv drücken und nicht nur gegen die Schwerkraft ankämpfen.

Szenenwechsel zur Challange: 
Rack Pulls waren gut und ok, allerdings eher eine Art "Ich finde das richtige Gewicht"-Spiel: Wir zogen ab Kniehöhe erst im Snatch Grip bis auf 140kg, dann im normalen Griff bis auf 180kg. Hier war dann etwas Rätsel-raten....Gewicht rauf? Hantel tiefer respektive Füsse höher? Am Ende siegte dann die Vernunft und wir blieben bei den 180kg und führten hier 3, 3, 4, 4, 6, 3, 6 WH aus.

Nein, die WH´s ergeben keinen Sinn, wir haben eben ausprobiert, was wie geht, welcher Griff gut ist, Fusspositionen, Pausenzeiten, etc. Da wir die Einheit relativ problemlos mit 6WH abgeschlossen haben, werden wir natürlich beim nächsten Training auf einer 5cm hohen Matte/ Gewichtsscheibe stehen. Nichtsdestotrotz habe ich einen tierischen Muskelkater im Rücken.
Ich gebe uns jetzt mal zehn Wochen, um mit den 180kg am Boden zu sein. Hier ist falsch verstandener Ehrgeiz definitiv völlig deplaziert.

Bisherziges Fazit und allgemeine Lust und Laune: 
Ich bleibe trotzdem bei meinen heiss geliebten Turnübungen. Heben ist schön und lustig, nichts bockt aber mehr, wenn man "Skills" übt und Fortschritte merkt. Das ist einfach geil, um es derb auszudrücken. Aber, und das muss ich ehrlich sagen, das rohe Heben machte Spass. Aber es fehlt eben einfach - noch - die echte Liebe. Und für eine heisse Affaire ist mir die Energie zu schade.....böse Zwickmühle. 



Donnerstag, 24. Oktober 2013

Tag 1: Challenge "Reisse Dein Körpergewicht"

Guten Morgen zusammen,

folgender erster Tag liegt hinter uns:

1. Handgelenke und viel Dehnen im Spreizsitz

2. Training one arm handstand, frei stehend. PR: Beim rechten Arm nur noch mit zwei Fingern der linken Hand sehr leicht unterstützt. Haltezeit pro WH etwa 10 Sekunden.
Gesamt 5 Sätze.

3. Krafttraining/ Techniktraining one arm handstand an der Wand; 5 Sätze mit 10 Sekunden Haltezeit

Gesamt ein sehr guter Handstandtag. Das Training/ der Trainingsansatz für das Frühtraining funktioniert anscheinend tatellos, auch wenn es - wie heute - eine echte Qual war. 

4. Spreizsitz mit erhöhten Fersen.....Aua. Sehr weit in die Schmerzzone gegangen.

5. Snatch grip deadlift, stehend auf eine Palette mit etwa 20cm Höhe, Stange berührt beim Ablassen immer den Spann. 70kg * 8 Sätze * 3WH

6. Suitcase deadlift, auf 20cm Palette: 70kg*3*3

7. Snatch grip press: 40kg*3*3

Zusammenfassung:
Deadlift war ok, aber zu leicht. Suitcase Deadlift war ok, das Drücken war lächerlich. Allerdings ist hier das Problem: Volumen/ Gewicht beim Drücken hochfahren....Nachteile beim Press to Handstand, Handstand im allgemeinen, Planche? Ist mir zu heiss, deswegen bleibt das Gewicht niedrig.  Dafür liebe ich SASS viel zu sehr, als dass ich hier Nachteile in Kauf nehmen würde.
Suitcase DL wird so schnell wie möglich gegen die Flag getauscht...Sprossenwandkauf ist in Planung.

Ausblick I: 
Heute: SASS und Frontsquat mit Halten unten.
Freitag: BAS
Samstag: Rack pulls beginnend mit extrem wenig ROM, aber sehr viel Gewicht. Dieses Gewicht wird beibehalten und die ROM im Laufe der Wochen erhöht. Beginnend bei 6*6, Volumen wird der Schwere des Gewichts angepasst. Wenn 6*2 erreicht werden, Pause, dann ROM leicht verringern und neuen Zyklus starten. Gefolgt von Handstand und co.

Ausblick II:
Wir werden hier 6-8 Wochen reines, pures und schweres Krafttraining machen. Nach den ersten acht Wochen werden wir Techniktraining ("Hüftöffnung") einbauen. Wenn alles so läuft, wie ich es mir vorstelle, dann erreichen wir das Ziel.

Insgesamt eine interessante Challenge, die -ich würde lügen, wenn ich etwas anderes sagen würde - trotzdem ziemlich hart wird. Natürlich wirkt die Nicht-Liebe zum Eisen auch etwas bremsend, aber sei´s drum. Wer tanzen will, der muss auch die Musik bezahlen.

Die Gewichtheberfraktion ist - hart zusammengefasst - bei den drei halbherzig ausgeführten Versuchen der Frontlever grandios gescheitert. Vielleicht sollte ihnen jemand sagen, dass es 10 + X Sätze braucht, um voranzukommen?


Mittwoch, 23. Oktober 2013

Herbst- und Winterchallenge

So, liebe Leser,

da ja der Herbst und Winter vor der Tür steht, geben wir mal etwas Gas, vor allem in Form von Unsinn und wahnsinngen Wetten.

Einer der Vorteile des Gruppentrainings ist, dass sich eben diese Gruppe meist in zwei oder mehr Untergruppen aufteilt. So auch bei uns: Die Turnerfraktion auf der einen, die Gewichtheberfraktion auf der anderen Seite.

Natürlich gibt es eine Fülle an Spott und gegenseitigem Aufziehen, dass heute zu einer positiven Eskaltion führte:

Andi und ich, als Vertreter der Turnfraktion, müssen innerhalb drei Monaten 95kg reissen bzw in neudeutsch "snatchen". Allerdings nicht die "Power"-Variante, sondern eben einen echten, vollen Snatch, gefangen in der Hocke, dann brav und selbstverständlich kraftvoll aufstehen.

Die Gegenseite hat leider wenig Ahnung vom Turnen bzw. ist verwöhnt ("...schaut ja alles so leicht aus bei Euch...") und hat in einem Anflug sehr grosser Selbstüberschätzung  eines großen Trainingswillen der Ausführung einer vollen Frontlever zugestimmt. Die Haltezeit wurde mit drei Sekunden festgelegt. Ich kann hier nur antworten: "Muuuuuuuuuaaaahhhhhhhhhhhhh"

Nun ja, das werden spassige drei Monate mit einigen Lachern auf unserer Seite, um es schonend auszudrücken.
Fairerweise werden wir uns gegenseitig wirklich helfen, aber einige Feinheiten nur unter Protest herausrücken. Es soll ja spassig bleiben. 

Somit ist meine Aufgabe nun: Stricke eine Hybrid-Programm, dass das wenig geliebte Gewichtheben mit dem leidenschaftlich ausgeführten Turnen kompatibel ist.

Dementsprechend wird es hier bald wieder interessanter, denn die Terminschiene sieht aus wie folgt:

Start des Wahnsinns: 23.10.2013
Erster Test: 23.11.2013
Zweiter Test: 20.12.2013
Ende der Challenge: 31.01.2013

Aktuelle Nachteile: Ich weiss nicht wirklich, wieviel ich snatchen kann. Ich hasse Kniebeugen. Ich habe völlig andere Präferenzen. Ich will kein Gewicht zulegen.
Aktuelle Vorteile: Ich bin beweglich. Ich habe eine gute Squat-Position. Ich habe Schulterkraft. Inwieweit mir das alles hilft, weiss ich allerdings noch nicht.

Von dem her: Sind wir mal gespannt, was die Turner hier im wahrsten Sinne des Wortes reissen werden.

Programm, das die Turnerfraktion selbstverständlich auf die Siegerstrasse führen wird, folgt.

Montag, 21. Oktober 2013

Endlich: "Lelle´s Gym"...

...hat geöffnet.




Szenenwechsel I:
Den ganzen Sommer hindurch haben wir im Wald, auf Wiesen oder einer wenig befahrenen Strasse trainiert. So verging meist eine halbe Stunde, bis jeder da war, die Ringe und das Seil hingen und alle in halbwegs annehmbarer Trainingsstimmung waren.
Aber so eine Trainingsgemeinschaft funktioniert meist nur bei schönem Wetter...klar, wer robbt gerne bei Wind und Regen über dem Boden? Man wird eben manchmal doch bequem.

Szenenwechsel II:
Kurz nach meiner Bundeswehrzeit haben sich 1997 einige junge, dynamische Männer in einem kleinen Ort in Bayern zusammengefunden und eine alte Scheune mit allem möglichen Equipment ausgestattet. Ein Name war auch schnell gefunden: Lelle´s Gym. Lelle war mein damaliger Spitzname, Gym ist selbsterklärend, old school und hörte sich verwegen an. World´s Gym, Gold´s Gym und dann eben Lelle´s Gym. Logische Reihenfolge.
Wir hatten damals eigentlich viel Ausrüstung, wie Rollbrett, Peg Board, ein Powerrack aus Balken, Hanteln aus Autofelgen, die mit Beton ausgegossen waren und vor allem hatten wir eins: Unendlich Spass. Irgendwann hat es sich dann alles verlaufen und die Gemeinschaft von damals löste sich im Laufe der Jahre auf. Allerdings waren diese Jahre und auch der Name geistig immer präsent.

Szenenwechsel III:
"Wir brauchen eine verdammte Halle...", fluchte Max. Zum wiederholten Male regnete es und die Gruppe flüchtete in die Auto´s. Wieder ein Tag, an dem das Training gut begonnen hatte, das Wetter aber einen dicken Strich durch die Rechnung machte.
Wir brauchten dringend eine Halle...ganz dringend...denn der Spass, den wir diesen Sommer hatten, sollte nicht wieder verfliegen. "Lasst uns doch einfach "Lelle´s Gym" wieder aufmachen", so der Grundtenor. Ich sträubte mich....aber es hämmerte dennoch intensiv im Kopf. Kennt jemand die Simpsons-Folge, in der Homer ein Plakat des "Clown-College" sieht und er nichts mehr anderes denken kann, als an eben diese verrückte Idee? Genau so ging´s mir dann auch.

Szenenwechsel IV:
Endlich haben wir eine Halle....180m², aufgeteilt auf zwei Räume, sogar eine Toilette und es riecht nach Kühen. Der erste Raum mit Laminat, der zweite Raum mit Betonboden und eine Raumhöhe von vier Metern.
Endlich, endlich, endlich.
Natürlich stehen wir noch am Anfang, aber jeder hat schon mal sein Equipment mitgebracht. So haben wir mittlerweile einen komplett ausgestatteten Gewichtheberbereich, natürlich Ringe, Seile und viel, viel Platz für Locomotion und co.
Wir werden innerhalb der nächsten Wochen und Monate Peg- und Campusboards, Kletter- und Hangelgarten, Bachar Ladder und vieles mehr bauen und so unser eigen nennen können. Und das alles, weil wir endlich mal wieder die Hände aus den Hosen und den Stier bei den Hörnern gepackt haben.



Szenenwechsel V:
Natürlich ergeben sich durch die neuen Räumlichkeiten viele Möglichkeiten das Training auszureizen. Hier sei vor allem das Locomotion-Zeugs angesprochen, das natürlich jetzt nicht wegen Regen, Sturm oder Steinen auf der Strasse verschoben werden kann. Es muss gemacht werden, auch wenn eben die Wetter-Ausrede manchmal schon recht günstig kam.

1. Lizard und co: Lizard rückwärts läuft, auch wenn es verdammt schwer ist. Da sind die Vorwärtsvarianten tatsächlich ein Kinderspiel. Tägliches Volumen: min. 24m, an "echten" Locomotion-Tagen bis zu 100m.

2. Arbeit am one arm handstand: Hier trainiere ich nur manchmal frei stehend, 90% der Zeit an der Wand. Es geht voran, wenn auch nur marginal. Volumen hier: Zwischen 20 und 80 Gesamtwiederholungen. Allerdings tendiere ich aktuell etwas mehr zu Ausdauersätzen, soll heissen, Haltezeiten ab 30 Sekunden aufwärts, allerdings immer mit Fingern der Hilfshand untersützt. Das ist ziemlich schwer, auch an der Wand. Da muss ich dran bleiben.
Allerdings bemerke ich etwas ähnliches wie beim normalen Handstand an der Wand: Je öfter und länger man es macht, desto öfter lösen sich die Beine wie automatisch von der Wand und man steht in der gewählten Form des Handstands. Das dauert zwar etwas, aber innerhalb von 8 Wochen sollte jeder diese Erlebnis haben.

3. One arm chin: Da bin ich wieder auf der richtigen Strasse und führe es als GTG aus. Allerdings sind one armer natürlich früh am Morgen schon recht zäh. Im Zuge der Ellenbogengesundheit und allgemeinen Schmerzfreiheit, die diese Übung zerstören kann, habe ich die ROM auf etwa 60% reduziert. Soll heissen, ich ziehe etwa ab 120°-100° im Ellenbogen. Hier kann ich mittlerweile immer öfter komplett ohne Hilfe hochziehen, belasse es aber bei 50% der Wiederholungen bei minimaler Unterstützung durch den freien Arm. Dafür lasse ich mich dann auch sehr gemächlich durch die volle ROM ab. Dieser Ansatz mag nicht ganz dem Ansatz mancher Trainer entsprechen, aber ich komme damit sehr gut zurecht und die Erfolge geben mir bisher recht. Und das Wichtigste: Keine Schmerzen vorhanden. Hurra.

4. Frontlever: Unglaublich aber wahr.... es gehen Sätze von 3 Sekunden Haltezeit und das schon die dritte Woche in Folge. Mag diese Reise ein Ende haben?
Wie kam´s: Zig Wiederholungen von Cranks und negativem Ablassen. Teilweise war das extrem schmerzhaft, weil durch die Spannung im Rücken die Rippen dermassen gedrückt wurden, dass das loslassen aus eben der Position einem Messerstich gleich kam. Scheint aber normal zu sein, Andi hat das auch. Bin mal gespannt, wann das aufhört.

5. Planche...ich hasse Dich. Nach Wochen, in denen es hervorragend ging, folgen jetzt wohl Wochen, in denen gar nichts mehr geht. So komme ich nur noch schwer in die Position für die straddle und wenn es denn mal soweit ist, ja, dann kann ich´s kaum halten. Hier fehlt mir irgendwie komplett das Gefühl.
Lösung: Ablassen an der Wand aus dem Handstand. Das sollte funktionieren. Volumen: Hoch, bis zum Muskelversagen.

6. Press to Handstand: Easy. Hier konzentriere ich mich aktuell nur auf das Einleiten, soll heissen, das hochziehen vom Boden. Durch die Schulterkraft kann ich mich sehr weit vorlehnen und planche den Handstand nach oben. Das kostet natürlich viel Kraft. Deswegen Konzentration auf Kompression, Kompression und nochmal Kompression. 3 Sätze a 5 WH reichen aber hier völlig aus.

7. In Arbeit: QDR, QDR rolls, Übergänge und ähnlicher Kleinkram. Macht viel Aua in den Handgelenken, brauche ich aber, um den Fluss bei der Locomotion zu kriegen. Von dem her: Augen zu und durch.
Volumen: 20 WH pro Seite mit 10 Sekunden Haltezeit, 5 mal pro Woche.

8. Ich befolge fleissig den Tipp von Odelia und dehne bis der Arzt kommt: Pancake stretch bis weit in die Schmerzgrenze. Dieser Ansatz mag nicht für jeden geeignet sein, aber er brachte gute Erfolge: So kann ich an guten Tagen die Brust im pancake stretch auf den Boden legen.
Allerdings brauche ich hier etwa fünf progressiv schwerere Aufwärmsätze. Deswegen ist das Volumen auch bei 8-10 Sätzen.

9. Locomotion exkl. Lizard: Kommt gut, da ich den "Atom zu Molekül" - Ansatz von Ido strikt befolge. Bahn über Bahn von Kniebeugen, Cross-Steps und ähnliches haben bisher zu einem guten Ergebnis geführt: Mittlerweile gehen eigentlich ganz nette Serien von 5 Bewegungen am Stück, bei denen ich nicht nachdenken muss, sondern die kommen eben einfach. Improvisation erreicht.
Allerdings schätze ich, dass es noch gut ein oder zwei Jahre dauert, bis da ein echt guter Fluss sichtbar wird. Sei´s drum, wir haben Zeit.

In diesem Sinne, einige sehe ich ja bald in Österreich! Freu mich drauf!

 

Montag, 23. September 2013

Mein Liebes Tagebuch, lange ist´s...

her.

Damit Du auch auf dem aktuellen Stand bist, erstmal eine Kurzfassung der aktuellen News, die mich wirklich erfreuen:

1. Eigentlich dachte ich es nicht, da ich im Bewerbungsvideo soviel und energisch über Kipping gespottet habe:
Tatsächlich habe ich beim Jeff Tucker die dritte Runde im Bewerbungsmarathon zum "Assistent Coach Crossfit Gymnastics" erreicht und eine Einladung zum Bewerbungsgespräch inkl. Vorturnen erhalten. So werde ich mich mit ihm und Team (schöner Reim, gelle) bald an einem noch unbekannten Ort in Europa treffen und dort hoffentlich erfolgreich meine Künste zum Besten geben. Jetzt freue ich mich, dass ich mich beworben habe und bin gespannt, wie es weitergeht. Ich bin gespannt.

2. Der Körper ist nun nach dem Internship beim Ido Portal gut erholt und das dauerte tatsächlich mehr als eine Woche. Aber dann.....ja, dann gab es mal saftige Sprünge, die ich so nicht erwartet habe:

2.1 Weight shifts one arm handstand an der Wand: Ganz stolz habe ich vor einigen Wochen von 3 Sätzen a 10 WH berichtet....aktuell ist mein Training so: 30, 20, 15, 15 Wiederholungen oder vier Sätze a 20 Wiederholungen, etc. Hier hat sich das Volumen an einem guten Tag verdreifacht. Ich bin erstaunt.

2.2 Lizard und co: Hier bin ich beim Internship sowas von schwach gewesen, dass es mir die Tränen vor Scham herunterlaufen hätten müssen.
Im Gegensatz dazu sieht das zweite Training von gestern aus wie folgt:
Vier Sätze Seilklettern, 6m - 8 Seil, im Wechsel mit 30m Lizard (15m reverse, dann die Bahn zurück im normalen tiefen Lizard). Dieses Programm liest sich leicht, ist aber in der Durchführung sehr sehr schwer. Dennoch: Die 15m Lizard gehen ohne Pause, die reverse Ausführung mit einer Pause von ggf. 20 Sekunden. Je nach Tagesform auch ohne Zwischenstop. Da brennt dann aber auch wirklich jede Faser im Körper, aber es ist mittlerweile gut machbar.
Weiter bearbeite ich auch einige Aufgabe aus dem Internship recht erfolgreich und experimentiere mit - zwar noch holprig -  Lizard rückwärts und seitswärts. So schliesst sich in dieser Übung dann langsam der Kreis. 

2.3 Dislocation an der Klimmzugstange: Eine wichtige Übung für die Schultergesundheit, die ich beim Internship nur mit Hilfe konnte. Gestern konnte ich hier zwei Wiederholungen ohne jede Hilfe ausführen und das im tiefen, tiefen Hang.

2.4 QDR: Das geht mittlerweile fast schon rythmisch, kein Vergleich zu Berlin. Natürlich bedarf es hier noch einige Wochen der Übung, aber es sind eindeutige Verbesserungen sicht- und spürbar.

3. I love Bouldern....ja, ich habe endlich mal eine Gelegenheit am Schopfe gepackt und bin mit Andi zum Bouldern. Wir haben hier in unserem kleinen Ansbach eine kleine, aber wunderbar feine Boulderhalle, naja, eher zwei Räume, die aber viele Dinge haben, die einen weiterbringen: Klimmzugstange, Pegboard, Kugelseil, Campusboard und natürlich viele, viele, schwere, sehr schwere Griffmöglichkeiten. Noch nie brannten meine Unterarme so wie in den letzten Tagen, sehr beeindruckend. Leider bin ich beim Ziehen stark, sodass ich logischerweise alles mit Kraft mache, aber an der Technik muss ich eindeutig noch feilen. Wie dem auch sei: Bouldern rockt, aber mal richtig.
Erschreckend ist aber eher der liebe Andi, denn der geht wie eine Spinne über die Decke. Da kann ich nur staunen. Logischerweise schiebe ich es auf die 25kg weniger Körpergewicht :-)

4. Leider gibts es auch zwei Übungen, die im Moment sehr hinterherhängen und das ist die Straddle planche und der one arm chin. Aber das sollte ich recht bald wieder auf die Reihe bekommen. Irgendwie fehlt mir hier im Moment das Gefühl im Muskel. Wie dem auch sei....das wird schon wieder.


Haut rein und eine erfolgreiche Woche!

Donnerstag, 5. September 2013

Review Ido Portal Internship in Berlin

"...oh Mist, verdammter....noch 5m...."

"...Alex, keep on moving, don´t stop here...stop when your are done, not when you are tired!!!"

"..Alterle, was glaubst was ich hier mache???? Entschuldigung, dass sich meine Arme gerade von meinem restlichen Körper verabschiedet haben....da geht nix mehr."

"...KEEEEEEPPPPP ON MOVVVVIIINNNGGGG...."

Es ist Montag, 26.08.2013, 16.00Uhr, ein Park in Berlin. Erster Tag des Internships mit Ido Portal, Odelia Goldschmidt und John Sapinoso.

Der obige Dialog steht genau für das, was dann die restlichen vier Tage folgte: Schmerz, Schweiss und Hass.



Dienstag, 23. Juli 2013

Mein liebes Tagebuch, lange...

...habe ich Dich vernachlässigt, verzeih mir hier, mein Herz.

Oh, welch Tage der Höhen, als auch der Tiefen liegen hinter mir. Aber lass Dir erzählen...

Für die Lesefaulen: 

1. Bewerbung als Coach bei Jeff Tucker: Erste Auswahlrunde überstanden, Aufgaben der zweiten Runde termingerecht abgegeben.
2. Bestes Essen für heisse Tage: Pho Bo oder eben heisse Suppe
3. Fünf Wochen noch bis zum Internship bei Ido: Frontlever check, Straddle planche wird wird besser,  OAC bei 10kg, weight shifts 60 WH pro Einheit, Locomotion mit Schulnote 5+, Beine werden ausdauernder, Neck bridging rockt.


Für die Lesefreudigen: 

1. Mit einem Eintrag in einem sozialen Netzwerk hat ein netter Mann aus Texas "assistent coaches for gymnastics" für sein Team gesucht. Der freundliche Herr mit Bart heisst Jeff Tucker und reist viel um die Welt, um Interessierten Turnen und grundlegende Grundlagen der Grundlagen der Grundübungen des Turnens beizubringen.
Du weisst ja, mein liebes Tagebuch, manchmal muss ich mir beim Training die Unterhose wechseln. Nicht, weil ich schon wieder das leckere Essen an einem Strassenstand probieren musste und deswegen den Stuhl nicht halten konnte, sondern weil mich hin und wieder die Ausführung von Klimmzügen, Dips, Muscle ups, Seilklettern und Handständen so erheitern, dass mir vor Lachen immer etwas Pippi in die Unterhose geht.
Die Übungsausführung, die für die gelben Flecken in der Unterhose sorgt, nennt sich "Kipping"....oh, entschuldige bitte, Du sprichst kein Englisch...grob übersetzt heisst es "Pfusch am laufenden Band". Interessant wird es vor allem bei Muscle ups (Ja, ich weiss, wieder Englisch...), denn wenn man  hier so Schwung nehmen muss, dass die Hüfte höher als die Ringe sind, dann ist man einfach zu schwach im Zug und sollte an der Kraftbasis arbeiten. Manch einer ist ja schon am "Fangpunkt" vorbeigeschwungen und hat sich dann ganz verwundert die Brust gerieben, weil das dann böse Aua Aua gemacht hat.
Wie dem auch sei, wir wissen ja: Immer sauber drücken, ziehen, heben, denn nur so erklimmt man im wahrsten Sinne des Wortes die nächste Stufe.
Ja, ich weiss, liebes Tagebuch, ich bin etwas abgeschweift und hör ja schon auf zu spotten....na, jedenfalls sucht der nette Herr aus Texas Coaches für sein Crossfit Gymnastic Team. Ich habe mich beworben und bin tatsächlich eine Runde weiter gekommen. Gestern habe ich dann die Aufgaben der zweiten Runde bearbeitet und musste hier drei kurze Unterricht-Videos einsenden. Und bei einem habe ich böse über das "Kipping bei allen Übungen" gespottet und bin natürlich jetzt sehr gespannt, ob ich es dennoch in die nächste Runde schaffe. Sei gespannt, liebes Tagebuch.

2. Oh Himmel, ist das heiss, mein liebes Tagebuch. Ich muss Dich beneiden, denn Du liegst ja praktisch immer in einem kühlen Schrank. Vor allem das Essen fällt hier etwas schwer....es sei denn, und das ist überraschend, es besteht aus einer Art warmen Suppe. Das hilft wirklich gut und ich kann Dir hier nur wärmstens (he he he) die Pho Bo empfehlen. Das haben wir zuhauf in Saigon gegessen und hat immer super gegen die Hitze geholfen. Neben dem eigentlichen Rezept (HIER, das ist wirklich sehr nah am Orginal) ist wichtig, dass man viel viel der Kräuter dazu isst.


Normalerweise, und so kennen wir es aus Vietnam, ist gut die Hälfte des Essvolumens der Basilikum, Koriander und Sojasprossen. Das ist sehr erfrischend und schmeckt auch göttlich.Weiter sollte das Fleisch dünn geschnitten sein und man gibt es ROH in die angerichtete Suppe. Das zieht dann unglaublich schnell durch und bleibt sehr zart. Und wer keine Knochen auskochen will, was ich aber dringend empfehle, der nimmt eben Brühwürfel oder eine andere fertige Suppenbasis. Gibts auch in Öko.
Zuguterletzt: Es ist einfach zu kochen und die Zutaten sollte jeder gut sortierte Asia-Laden im Sortiment führen. Neben des PULS ein weiteres Steckenpferd, das man gut auf Vorrat kochen kann. 

3. Mein liebes Tagebuch...noch fünf Wochen bis zum Internship mit Ido. Da ich mich auf eine Woche von 40-45h Training einstelle, muss ich natürlich das Training ziemlich hochfahren, um mich auf eben 40h Bewegung vorzubereiten.
Die Frontlever, und Du weisst, wie mich diese Übung manchmal ankotzt, habe ich mittlerweile auf einem annehmbaren Stand. "Wie hast Du das geschafft", fragst Du, liebes Tagebuch? Nun ja, ich habe Statik durch Dynamik ersetzt bzw. ergänzt. Soll heissen, ich bin auf die guten, alten Frontlever pullups umgestiegen und führe hier im Wechsel mit straddle planches bis zu 15 Sätze aus. Ich versuche dann jede Frontleverpositon so lange zu halten, wie es geht und lasse dann wieder ab. Dies hat dazu geführt, dass die ersten Sätze wirklich gut haltbar sind und für mich ist das ein eigentlich sensationelles Ergebnis. Vom dem her: Frontlever pullups ausführen, liebes Tagebuch!

Der one arm chin wird auch immer besser. "Besser" in dem Sinn, dass ich es wirklich immer ausführen kann, wenn ich denn will. Die Entlastung ist hier mittlerweile bei 10kg, aber das wird schon schwer, wenn man 10 Singles und mehr ausführt. Deswegen muss ich vorsichtig agieren, damit ich mir keine Zerrung im Ellenbogen zuziehe. Das wäre jetzt wirklich mehr als nur ärgerlich.

Straddle planche...die gute alte Straddle planche: Wird wieder besser. Ich bin hier ziemlich lange auf der Stelle getreten, manchmal gings gut, manchmal klappte es gar nicht. So habe ich lange mit der Handstellung + Druckpunkt experimentiert und so kann ich jetzt genau sagen, wann eine straddle planche klappt und wann eben nicht. Auch hier: Volumen, Volumen, Volumen...das scheint der einzig richtig Weg zu sein. Mit fünf Singles an zwei Tagen pro Woche geht hier nichts voran, gar nichts. Somit mein liebes Tagebuch: Stagnation? Volumen hoch, aber enorm! Aber Achtung: Wer meint, dass man die Planche durch GTG auf Vordermann bringen kann, der irrt sich. Das führt mit Lichtgeschwindigkeit ins Übertraining, da hier zu kleine Muskeln im Spiel sind. Von dem her: GTG + Planche = Pfui

Das Gegenteil gilt für Handstand und co....10 mal Handstand, dreimal pro Woche? Da wird nichts klappen. Für mich gilt seit einigen Wochen die Regel: Mindestens 10 Minuten reine Haltezeit pro Tag und es kommen langsam, aber stetig die Verbesserungen. So konnte ich mich in den letzten Wochen auf gut ausgeführte 60Wh der weight shifts an der Wand hocharbeiten. Es wird....es wird langsam, aber es wird.

Parallel dazu führe ich seit einigen Wochen auch wieder neck bridges aus, da diese Übung gut die Rückseite des Körpers stärkt und ich hier eine gut Bridge für manche Locomotion-Sachen brauche. Weiter ist natürlich das Briding nicht verkehrt für den Nacken....vor allem, wenn eben der Nacken durch einen Vollbart etwas schmäler wirkt. Die Lösung in Chinners Welt: Rasur pfui, Nacken dicker machen hui.

Mein geduldiges Tagebuch: Locomotion, low gate und dergleichen werden besser. Ich war die letzten zwei Wochen länger und öfter in einer Kniebeugenposition als jemals zuvor und so langsam brauche ich nicht mehr nach einer Minute jammernd am Boden kugeln, um die Milchsäure aus den Beinen zu massieren.
Interessehalber habe ich mal nach einem Herrn mit Namen "Eric Heiden" gegoogelt und bin hier auf folgenden Eintrag gestossen:

"Before the 1980 Olympics it wasn't uncommon for us to do the following:

Find an old truck tire intertube and cut out about one third of the tire (where the valve is). Seal one end by tying and taping with duct tape.

Fill intertube with either lead shot or pennies until alomost full. Seal off other end. I made several sizes but the biggest ones I figured weighed about 150lbs.

Swing the anaconda on your lower back and assume the speed skating position. Do 1 x 100 squats with each leg. Do that 5 x. Then repeat with both legs. Going down to slightly below 90 degrees.

Right after these we would drop the tube then do 15 - 20 squat jumps as high as you can bringing your legs up to your chest a the peak.

Usually the last one you would fall down because you could not support your weight anymore.

Dang, those were the days...and that was only workout number 1. usually we did 3 workouts a day.

Weights
Dryland skating simulation (duckwalk for 10k)
cycling/running

repeat.

Eric"


Liebes Tagebuch....das tut schon beim lesen weh. Aber dennoch sehr interessant. 

Freitag, 12. Juli 2013

Mein liebes Tagebuch...

Wieder liegt eine sehr intensive Woche hinter mir. Leider habe ich Dich ja etwas vernachlässigt, verzeih mir, oh Herz.

Du kennst mein aktuell laufendes Experiment mit der "Jason Brice Routine" und nach den Erfolgen am Mittwoch war ich tatsächlich schwer beeindruckt. Verständlicherweise waren diese Steigerungen unheimlich gut für die Motivation, aber es wurde noch besser:
Obwohl der Verstand und der Trainingsplan etwas anderes vorgaben, so habe ich wider besseren Wissens das Kontergewicht für die einarmigen Klimmzügen reduziert....und zwar gleich auf 13kg. Was soll ich sagen...es hat funktioniert. So war die erste Leiter mit 1,2,3 Wiederholungen einfach auszuführen. Ich muss nicht sagen, welch diabolisches Grinsen meine Mundwinkel ganz weit nach hinten gezogen hat. Aber, und so muss ich mich fast selbst loben, habe ich die weiteren Leitern bei einer und zwei Wiederholungen belassen. Denn wir beide wissen: Wenn man jetzt zuviel macht, dann würgt man den Schwung, das Momentum ganz schnell ganz rapide ab. Von dem her die wichtige Regel, die ich auch unbedingt im Kopf halten muss: Wenn es gut läuft, dann gib Gas, aber nicht bis zum roten Bereich. Tritt auf die Bremse, wenn die Steigerung eindeutig sichtbar ist und erfreue Dich an weiteren Zuwächsen in den folgenden Einheiten.


Allerdings muss auch in manch schwerer Zeit die Bremse gelöst, ja fast mit einem Hammer lose geschlagen werden, damit es weitergeht. So bin ich bei den weight shifts an der Wand in ein Loch gefallen...und dieses Loch wurde jede Einheit tiefer und dunkler und noch tiefer. Hier war eine Überprüfung der Technik wenig erfolgsversprechend, denn die passte. Hüftstellung gut, Handstellung, Arm gestreckt, Schulterblatt eingezogen, Zehen gestreckt, Hintern maximal angespannt. So lag hier wenig Optimierungspotential brach.

Deswegen, mein liebes Tagebuch, habe ich den Holzhammer geschwungen und mit brachialer Gewalt auf diese widerborstige Bremse geschlagen respektive das Volumen und die Intensität über drei Einheiten so erhöht, dass ich eben während dieser Einheiten jedes einzelne Mal wie ein nasser Sack von der Wand gefallen bin....und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mein liebes Tagebuch, das hättest Du sehen sollen: Normalerweise merkt man ein Muskelzittern mit einer oder zwei Wiederholungen in Reserve. Allerdings ist es spätestens dann an der Zeit ein klein wenig Pause zu machen, denn Muskelversagen ist nicht immer unser bester Freund. Nicht dieses mal, nein, denn dieses mal ging ich weiter und weiter und weiter, bis ich eben umgefallen bin. Natürlich war das dumpfe "Dooong" der Startschuss für so manchen Spott, aber wir lassen uns nie von dem beirren, was andere denken.
Dieses "Dooonng" war noch einige Male zu hören und dann geschah wundersames: Nach drei Einheiten gingen Sätze von 20WH der weight shifts an der Wand....und zwar wirklich ansprechende Sätze, deren ersten Wiederholungen elfengleich (*) ausgeführt werden konnten.
Somit, meine liebes Tagebuch, werde ich auch zukünftig, wenn denn wieder ein Plateau frech an die Tür klopft, nicht jammernd an Pausentage denken, sondern den komplett gegensätzlichen Weg gehen und dem Körper zeigen, wer denn den Hammer in der Hand hält. 

Mein liebes Tagebuch, auch war ich sehr intensiv, aber sehr selten elfengleich, am Üben der Locomotion. Das Internship bei Ido ist nur noch wenige Wochen entfernt, deswegen muss ich ab sofort einige Kilo Kohlen mehr in den Trainingsofen werfen, um hier die fünf Tage Intensivtraining voll ausschöpfen zu können.
Allerdings kann ich Dir diese Art der Bewegung wärmstens empfehlen, denn ich und meine Beine waren nach guten 30 Minuten am Boden zerstört und standen in Flammen....und so rollte mich einem Nilpferd nicht unähnlich von einer auf die andere Seite, um wieder Luft zu bekommen. Aber...aber mein liebes Tagebuch, es war sehr erfrischend und unglaublich fordernd.

Das Wochenende steht vor der Tür und das freut mich deswegen so ungemein, denn da kann ich wieder am Vormittag, Mittag und am Abend trainieren, ohne um 5Uhr morgens aus dem Bett wanken zu müssen. Gut auch, denn so kann ich die beste Einheit am Tage, nämlich morgens, komplett auf nüchternen Magen trainieren. Keine Trainingszeit ist besser und nie fallen PR´s so oft wie das Training ohne störendes Essen im Körper. Liebes Tagebuch, das ist wirklich einen Versuch wert.



(*) Elfengleich ist natürlich bei einem 95kg Mann anmaßend, aber zumindest habe ich mich "leichtfüssig" gefühlt.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Schnell-Update

Geehrte LeserInnen,

äussert überraschendes tut sich beim Thema "Jason Brice routine" + einarmigen Klimmzügen:

Nach dem ersten Zweiwochenblock mit 5er WH-Sätzen, bin ich seit drei Einheiten im Leiter-Modus. So War die erste Einheit schwer und zäh und ich habe hier (und ich habe mich wirklich angestrengt) nur 1,2,1,2,1,2 WH ausführen können. Vor allem die letzten beiden Sätze waren mit dem linken aus überaus schwer und sehr schlampig.

Die zweite Einheit war überraschend: So konnte ich links 1,2,1,2,1,2,1 WH ausführen und zwar in wirklich sauberer Form.
Die Arbeit mit dem rechten Arm war besser (Auch wenn man hier meinem Beispiel nicht folgenden sollte: Die schwächere Seite diktiert das Volumen und die Intensität...aber was soll man machen, scheiss Ego): 1,2,3,1,2,1,2 WH und dann habe ich es gut sein lassen.

Noch überraschender die dritte Einheit:
Links: 1,2,1,2,1,2,1,2,1,2, alles in sauberer Form
Rechts: 1,2,3,1,2,3,1,2,1,2, ebenfalls in sauberer Form.

Dies heisst: Ich habe beim rechten Arm eine Volumenerhöhung von satten 100%, bei links immerhin ca. 70%. Gelinde gesagt: Ich bin sehr überrascht.

Das werde ich jetzt noch einmal am Freitag bestätigen und anschliessemd reduziert sich das Gegengewicht um 1 oder 2kg auf dann eben 13kg. Sollte dies so laufen, dann kommen wir hier in eine sehr interessante Zone:
Bei 95kg Körpergewicht (=ein einarmiger Klimmzug = Max-Leistung) würden 13kg Entlastung (=83kg) ziemlich genau 87,5% der maximalen Leistung entsprechen (5WH).
Da ich mich aktuell noch gut fühle und einigen Schwung mitnehmen kann stellt sich natürlich die Frage, was nach weiteren zwei Wochen mit 5er Wiederholungen und zwei Wochen Leitern passiert...? Was wäre denn, wenn ich tatsächlich noch um 5kg reduzieren kann....dann wäre ich eigentlich bei 2WH beim einarmigen Klimmzug.
Hier wird sich dann zeigen, inwieweit Praxis und Theorie übereinstimmen.

Einfaches Training......Training mit Ringen und BWEs